BMBF und Elternzeit

Verfasst von
Anonym

Ich arbeite als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem vom BMBF geförderten Projekt und muss zu meiner Arbeitsstätte pendeln und dort in der Regel auch übernachten. Den Wohnungsort zu wechseln, kommt aufgrund unserer familiären Situation nicht in Frage, zumal ich keine entfristete Stelle habe. 

Ich war anderthalb Jahre in Elternzeit. Diese Zeit wird von meiner Vertragslaufzeit abgezogen. Auf meine Anfrage an das BMBF, ob es nicht eine flexiblere Lösung gibt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, habe ich nicht einmal eine Antwort erhalten. 

Auch die Universität, an der das Projekt angesiedelt ist, sieht sich zwar selbst als familienfreundlicher Arbeitgeber, aber ich kenne keine einzige Maßnahme, die mir die Vereinbarkeit erleichtern würde. Es gibt keinen Unterschied bei der Arbeitsbelastung oder der Anwesenheitspflicht oder in irgendeiner anderen Hinsicht, an dem ich erkennen könnte, dass die Universität ein familienfreundlicher Arbeitgeber ist.

Kommentare (2)

Kommentar von Anonym
am am 24.08.2015

Ich kann diesen Kommentar nicht genug betonen. Gerade das BMBF sorgt mit der oben beschriebenen Politik für ein absolut familienunfreundliches Klima. Ich habe eine sehr ähnliche Situation. Ich bin tatsächlich zu meinem Arbeitsplatz in einem vom BMBF geförderten Projekt umgezogen und muss jetzt feststellen, dass mein grundsätzlich familienfreundlicher Arbeitgeber (Betriebskindergarten, Kinderkranken-Elternarbeitszimmer etc.) eine Elternzeit aufgrund der BMBF Praxis als projektgefährdend interpretiert. Dabei könnte man diese Zeit unproblematisch hinten anhängen - das Projekt ist von Natur aus ausetzbar (geisteswissenschaftlich). Gefundene Ergebnisse könnten nach einem Jahr weiterentwickelt und dann veröffentlich werden.

Kommentar von Anonym
am am 04.11.2015

Unverständlich, weshalb das BMBF nicht eine Praxis annimmt, wie sie etwa in der DFG bereits Usus ist.

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