Erst Ausland; dann Studieren mit Kindern!

Verfasst von
Anonym

Nach erfolgreichem Bestehen des Abiturs in einer Kleinstadt in NRW bin ich aufgebrochen in die "große weite Welt" (entgegen der Vorstellung meiner Eltern, die mich gerne sofort an einer Hochschule gesehen hätten).  In den folgenden 3 Jahren arbeitete ich in New York, Miami, Glasgow  und Berlin - dann wurde ich schwanger und verbrachte das erste Lebensjahr meines Sohnes in Dallas/Texas ...

Dann zogen wir zurück nach Berlin und ich fing an der Freien Universität Berlin zu studieren an. Nach zwei Semestern folgte die Geburt meiner Tochter und ich pausierte. In/ Nach der Elternzeit entschied ich mich, die Hochschule und das Studienfach zu wechseln, und bin mittlerweile glücklich an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Es war ein ziemlich holpriger Weg und ich wollte auch niemanden mit Einzelheiten quälen, sondern nur verdeutlichen, dass es einen perfekten Weg oder Plan selten gibt. Da ich viel gereist bin, bevor ich meine Kinder bekam, vermisse ich nicht die "Auslandserfahrung", die viele Leute im Studium machen; auch wenn ich wünschte, es gäbe bessere Möglichkeiten auch mal ein Auslandssemester mit Kindern zu absolvieren (möglich, aber teuer und sehr sehr aufwendig, kaum Hilfestellungen oder Erfahrungsberichte). Ich glaube, dass die Studienzeit die perfekte Zeit ist, um Kinder zu kriegen und zu erziehen! Die relativ freie Kurswahl ermöglicht es einem, genug Zeit für sein Kind/Kinder zu haben, flexibel zu reagieren und sogar die Kinder mit zu den Vorlesungen zu nehmen (habe ich schon öfter getan). Zwar arbeitet mein Mann, aber ich weiß, dass es finanzielle Unterstützung gibt, die sehr angemessen ist, und kenne auch viele Eltern, die diese in der Studienzeit nutzen.

Ich denke, es gibt in Deutschland schon relativ viel und gute Unterstützung, egal in welchem Alter und welcher Situation man sein Kind bekommt. Ich hoffe, dass sich in den nächsten Jahren noch viel bei Unternehmen und Organisationen als Arbeitgeber tun wird, mal abgesehen von den einzuhaltenden rechtlichen Maßnahmen gibt es so viele Möglichkeiten der flexiblen Arbeitsgestaltung durch unseren fortwährenden technischen Fortschritt, die leider hinsichtlich Familie und Betreuung noch nicht genutzt werden. Modernisierung und Anpassung würden beiden Seiten zugutekommen, Arbeitgeber hätten beispielsweise weniger Arbeitsausfall und Arbeitnehmer könnten Arbeitswelt und Lebenswelt (Familie) integrieren und wären durch z.B. Elternzeit nicht vollkommen der Berufswelt entrissen.

Es gibt noch einiges zu tun!

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