Maximale Exzellenz als generelles Gutachterkriterium

Verfasst von
Anonym

In einem der Kommentare hieß es, dass maximale Exzellenz und Familie in manchen Aspekten unvereinbar sein mögen. Aber: Muss jede/r, der eine Professur anstrebt, wirklich maximal exzellent sein? In Deutschland scheint das die Regel zu sein, nach der man begutachtet wird. Neuerdings zählen noch stärker als vorher Drittmittelvolumen, Publikationsoutput, internationale Kooperationen etc. (obwohl die heute etabliertenProfessor/innen, die die jüngeren Kolleg/innen begutachten, zumeist nicht an diesen hohen Maßstäben gemessen worden sind.)

Ein Blick ins Ausland zeigt: In den USA gilt ebenfalls maximale Exzellenz als schwer mit Familie vereinbar - das gilt aber nur für die Ivy League Universitäten. An den vielen anderen Hochschulen - und es sind sehr gute darunter - gilt es als völlig akzeptabel und normal, Kinder zu haben (ohne Hausfrau/mann, der den Rücken freihält). Das Tenure-Track-Verfahren mit verlässlichen Regeln fürs Tenure, inklusive Stop-the-Tenure für ein Jahr bei Geburt und Betreuung eines Kindes, helfen hier ungemein. In Deutschland weiß man auf einer befristeten Stelle nicht, welche Kriterien die nächste Berufungskommission anlegen wird, und muss dementsprechend alles bedienen. Das heißt, sehr viel Zeit in Bereiche stecken, die einem dann evtl. in einem Berufungsverfahren gar nichts nutzen.    

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