Promotion mit Kind

Verfasst von
Anonym

Ich habe zu Beginn meiner Promotion (Physik) einen Sohn bekommen, aber mit einer 50%-Stelle ist es nicht annähernd möglich eine Familie zu ernähren, das Gehalt reicht nicht einmal für die Wohnung. Deshalb bin ich auf Zuschüsse meiner Eltern und die Vollzeit-Berufstätigkeit meiner Frau angewiesen.

An sich bin ich der Meinung, dass es (evtl. durch entsprechende Familien-/Kinderzuschüsse oder 75-100%-Stellen) auch während der Promotion möglich und gewollt sein sollte, eine Familie zu gründen, ohne sich in extreme finanzielle Engpässe zu manövrieren.    

Kommentare (1)

Kommentar von Anonym
am am 03.12.2015

Ich teile dieses Problem. Ich habe mich 2006 entschieden, über den zweiten Bildungsweg zu studieren. Mein ältester Sohn kam da gerade zur Welt. Ich absolvierte mein Studium erfolgreich in der Regelstudienzeit und bekam durch meine Leistungen das Angebot eine Promotion zu beginnen. Das war April 2011. Seitdem habe ich mich mit Lehraufträgen (Honorar), Werkverträgen und zusätzlichen Jobs finanziert. Zwischendurch absolvierte ich noch das Referendariat, da mein zweiter Sohn das Licht der Welt erblickte und ich mir weitere berufliche Wege eröffnen wollte/musste. Seit Ende 2014 habe ich eine lang ersehnte Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter - 50 %, befristet auf zwei Jahre, mit Aufgaben überwiegend in der Lehre. Um unsere finanzielle Situation zu verbessern, meine Frau arbeitet nur Teilzeit in einem nicht-akademischen Beruf, gehe ich weiterhin einer (genehmigten) Zweitbeschäftigung auf Honorarbasis nach. Die Zeit für die persönliche Qualifikation (Promotion) geht zu Lasten meiner Familienzeit, denn, so die Aussage der Personalabteilung, die Doktorarbeit ist meine Privatsache und nicht Gegenstand des Beschäftigungsverhältnisses. Promotion und Familie? Das scheint sich doch auszuschließen. Traumjob Wissenschaft - muss ich wohl bald aufgeben. (P.S. Unsere Uni trägt das Siegel "Familienfreundliche Hochschule")

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