Verbot von Hausberufungen als Problem

Verfasst von
Anonym

In der Physik habe ich erlebt, dass es zumindest implizit erwartet wird, alle 3 Jahre den Ort zu wechseln. Solange man in der Wissenschaft bleiben will, ist es gar kein Problem, eine neue Stelle an einer Uni zu finden, aber bitte nicht an dem Ort, wo man bisher beschäftigt war.

Ich fand den letzten Umzug nach dem Postdoc schon belastend genug und wollte die Familie nicht alle drei Jahre wieder umziehen lassen. Insofern war die nächste Station dann nur noch eine Wochenendpartnerschaft. Allerdings konnte ich nach 3 Jahren auch problemlos wieder zurück.

Für die Berufung ist das aber jetzt das endgültige Aus, da Hausberufungen nur in extremen Ausnahmefällen zugelassen werden. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, kann ich versuchen, mich irgendwo anders zu bewerben, bin dann aber vermutlich zu alt. Insofern ist zumindest in meinem Bereich klar, dass der Wissenschaftsweg nur bei großer Mobilität funktioniert, eine Vereinbarkeit mit der Familie also von allen verlangt, regelmäßig Schule und Arbeitsstätte zu wechseln.    

Kommentare (1)

Kommentar von Anonym
am am 21.07.2015

Hausberufungen sind grundsätzlich unzulässig, da der Faktor Beziehungen weitaus größer wirkt als die Leistung und im Extermfall der/die Bewerber/in keine Erfahrung aus anderen Instituten gewinnbringend mitbringt, sondern nur das Bestehende weiterführt. Ausnahmen hiervon sind aber gar nicht so schwer zu erreichen, wenn die Leistung bescheinigt wird und auch hier die entsprechenden Beziehungen bestehen. In einem Fall ist so ein Mann per Hausberufung bevorzugt worden, während die gleichauf qualifizierte Frau mit zwei Kindern und zwei Stationen nach der Promotion nicht berücksichtigt wurde. Ich wäre dagegen, die Regeln zu Hausberufungen aus Gründen der "Familienfreundlichkeit" noch weiter aufzuweichen.

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