Vereinbarkeit von Familie - Ein Wandel im Wissenschaftssystem wäre gut

Verfasst von
Anonym

Folgende Vorschläge wären gut für Menschen in der Wissenschaft, die sich um ihre Kinder kümmern:

1. Eine Abschaffung des Wissenschaftszeitgesetzes

Es ist für viele Menschen, die sich um Kinder kümmern, nicht möglich, sich in 6 Jahren (bzw. mit der Verlängerung durch Kinder in 9 Jahren) so schnell zu qualifizieren, dass sie im Anschluss eine Professur bekommen. Es würde die gleichberechtigte Teilhabe von Eltern (und z.B. von Menschen, die sich um alte Angehörige kümmern oder von chronisch kranken Menschen) an der Wissenschaft enorm verbessern, wenn die Zeitbegrenzungen für universitäre Stellen fallen würden und es mehr unbefristete Anstellungsverhältnisse geben würde.

2. Eine Stärkung des akademischen Mittelbaus

Es braucht mehr unbefristete wissenschaftliche Mitarbeiter/innen-Stellen (bzw. akademische Rät/innen, whatever) unterhalb der Professuren. Das fordern schon lange viele kluge Köpfe, unter anderem jene vom Templiner Manifest.

3. Eine Veränderung der Ausschreibungen für Junior-Professuren

Zu den Anforderungen gehört meistens ein Auslands-Aufenthalt von mindestens einem Jahr. Das ist für Eltern von kleinen Kindern ziemlich utopisch. Erstens weil sie ihr Kind oft nicht aus der vertrauten Umgebung reißen wollen. Zweitens wegen dem nächsten Punkt:

4. Die Finanzierung von Kinderbetreuung bei Auslandsaufenthalten

Viele Stipendien oder Stellen im Ausland sehen Kinder nicht vor. Sie übernehmen oft weder die Kosten für Kitas oder Babysitter, noch Reise und Unterbringung für Kinder und mögliche betreuende Partner/innen.

5. Die Finanzierung von Kinderbetreuung bei Konferenzreisen

Wenn Reisekosten von Veranstalter/innen übernommen werden, dann nur für die Person, die den Vortrag hält. Reise- und Hotelkosten für Kind und Betreuung werden nicht übernommen. Das ist besonders ungünstig für Menschen, die ihr Baby noch stillen sowie für Alleinerziehende.

6. Mehr Stipendien und Fördermaßnahmen für Menschen, die Sorge-Arbeit übernehmen,  sei es für alte oder erkrankte Angehörige oder Kinder.

7. Die Auszahlung von anteiligen Elterngeld für Menschen, die vor der Elternzeit Stipendien erhalten haben.

8. Quoten Für Menschen, die in der Wissenschaft weniger Chancen haben.

Kommentare (1)

Kommentar von Anonym
am am 13.08.2015

Ist ein Paradigmenwechsel nötig? Müssen wir die Diskussion um Flexibilität der Arbeitnehmer stoppen und endlich eine breite Diskussion über Vorbilder auf der Arbeitgeberseite sprechen?
Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir nicht als Arbeitnehmer mit unserem Entgegenkommen, unserer Flexibilität die eigentlichen "Nutznießer" unserer Ausbildung, unseres KnowHows zu viel geben und auf der Seite der Familie zu viel verlieren. Die Arbeitgeber, die Wirtschaft und die Wissenschaft müssen in ihrer Haltung unsere Wertigkeit anerkennen, unsere Brdürfnisse nach einem Familienleben in Einklang mit der Wissenschaft.

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