Welche Faktoren die Vereinbarkeit erhöhen

Verfasst von
Anonym

Meiner Meinung nach ist es relativ gut möglich, Familie und Beruf in der Wissenschaft zu vereinbaren, wenn die zusätzliche Kinderbetreuung - also nicht nur der reguläre Vollzeit-Kindergartenplatz - vorhanden ist. Und zwar so, dass es auch für die Kinder passt. Das ist z.B. der Fall, wenn man Familienangehörige in der Nähe hat, mit denen man sich gut versteht, die viel Zeit haben und diese gerne mit den Kindern verbringen. Oder wenn man finanziell so gut gestellt ist, dass man sich eine Kinderfrau oder ein Au-pair leisten kann. Das ist freilich mit einem Postdoc-, Juniorprofessor- oder sogar mit manchem Professoren-Gehalt (je nach Bundesland) nicht möglich.

Kommentare (2)

Kommentar von Anonym
am am 15.06.2015

Ist es denn das Ziel, Kinder möglichst gut und umfassend "wegzuorganisieren"? Oder wäre es nicht vielleicht erstrebenswert, wenn sich Wissenschaft und Familie in dem Sinne vereinbaren ließen, dass man Zeit mit den Kindern verbringen und gleichzeitig wissenschaftlich ambitioniert arbeiten kann? Ist das Problem nicht vielleicht, dass die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie vom derzeitigen System nicht gefördert wird, weil die Leistungskriterien, die in der Wissenschaft dominieren, diejenigen belohnen, die möglichst viel Zeit am Schreibtisch verbringen, mobil und flexibel (sprich: ohne Kinder und Familie) sind? Ich habe für die Probleme keine Lösungen parat. Aber der Ruf nach "mehr Kinderbetreuung" wird nichts am System ändern, sondern das bestehende (familien- und kinderunfreundliche) System nur perpetuieren.

Kommentar von Anonym
am am 18.06.2015

Ich fürchte, der Ausgangsbeitrag geht von einer häufig unzutreffenden Prämisse aus, nämlich dass "zusätzliche Kinderbetreuung... vorhanden ist.... Familienangehörige in der Nähe." Nach drei jeweils durch wissenschaftliche Arbeitsplatzwechsel bedingten Umzügen kann ich dazu nur sagen, dass Familie in der Nähe ein hohes Gut, aber totaler Luxus ist. Unter 100 km sind wir schon lange nicht mehr an die Großeltern rangekommen - zumal diese selbst in Teilen noch berufstätig sind.
Die Annahme, dass ein PostDoc-Gehalt eine außerinstitutionelle Kinderbetreuung nur in sehr geringem Ausmass erlaubt, ist richtig. Für viele meiner Kollegen, wie auch mich, ist es absolut Usus Babysitter nur für Notfälle (Heimkehr des pendelnden Ehegatten nach Abreise des anderen zu einer Konferenz) einzusetzen.

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