Vereinbarkeit sollte selbstverständlich sein

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein. Das gilt auch für die Wissenschaft. Wichtig ist, dass Hochschulen und Forschungsorganisationen mit geschlechtergerechten Strukturen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem es Frauen und Männern möglich ist, sich in ausreichendem Maße sowohl der Forschung und Lehre als auch der Familie zu widmen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung misst der Familienfreundlichkeit des Wissenschaftssystems große Bedeutung bei und schafft entsprechende Rahmenbedingungen. So wird beispielsweise der Mehrfachbelastung Rechnung getragen, indem laut Wissenschaftszeitvertragsgesetz die insgesamt zulässige Befristungsdauer von Arbeitsverträgen in der Qualifizierungsphase bei Betreuung von Kindern unter 18 Jahren um zwei Jahre je Kind erhöht werden kann. Studierende mit Kindern werden im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) besonders berücksichtigt. Mit dem 25. BAföG-Änderungsgesetz wird der Kinderzuschlag, der als reiner Zuschuss gewährt wird, zum Wintersemester 2016/17 einheitlich für jedes Kind auf je 130 Euro deutlich erhöht. Und studierende Eltern haben schon jetzt die Möglichkeit, über die Regelstudienzeit hinaus gefördert zu werden.

Mit dem Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder unterstützen wir die Gleichstellungsarbeit der geförderten Hochschulen und tragen zur Erhöhung des Professorinnenanteils bei. Das Projekt „Effektiv!“ unterstützt mit Informationen, Beratung und Vernetzung auf einer Online-Informations-Plattform die vielfältigen Bemühungen deutscher Hochschulen zur familienfreundlichen Gestaltung von Studium und Wissenschaft.

Und schließlich hat auch der hohe Stellenwert, den wir der Chancengerechtigkeit in der Exzellenzinitiative und im Pakt für Forschung und Innovation eingeräumt haben, dazu beigetragen, dass an den Hochschulen vermehrt Strukturen für eine bessere Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie geschaffen werden. Das freut mich sehr, denn ein familienfreundliches Arbeitsumfeld ist eine wichtige Voraussetzung für Exzellenz im Wissenschaftssystem und sichert damit das starke Innovationspotenzial in unserem Land.

Prof. Dr. Johanna Wanka
Bundesministerin für Bildung und Forschung